Ein ruhiger Samstagmorgen

An einem ruhigen Samstagmorgen nahe Baden-Baden trafen Hände auf Kohl, Karotten, Salz und Zeit.

Am 7. Februar 2025 kam eine kleine Gruppe zusammen, um etwas zu lernen, das älter ist als Rezepte und zugleich neuer wirkt als vieles im Supermarktregal: Gemüse zu fermentieren.

Kein Tempo. Kein Leistungsdruck.

Nur Schüsseln, Messer, Lachen — und der ruhige Rhythmus des Schneidens und Mischens.

Die Anleitung

Angeleitet wurde der Workshop von Bettina, die sich seit vielen Jahren mit Fermentationsmethoden und essbaren Wildpflanzen beschäftigt. Mit ruhiger Klarheit und ermutigenden Worten nahm sie den Teilnehmenden die Scheu vor dem ersten Schritt: ausprobieren, beobachten, vertrauen.

Jede Person bereitete ein eigenes Glas vor: Kohl hobeln, Gewürze und Sprossen hinzufügen, abschmecken, nachjustieren, den eigenen Sinnen folgen. Aus einfachen Zutaten entstand nach und nach etwas Lebendiges.

Gemeinsame Neugier

Ein Moment gemeinsamer Neugier entstand, als das Salz dem Gemüse Flüssigkeit entzog und der erste Duft aus den Schüsseln aufstieg.

Und Freude lag in der Luft, als die Gläser verschlossen wurden. Jedes anders, jedes persönlich.

Auch fertig fermentierte Kostproben wurden probiert: säuerlich, lebendig, überraschend. Aromen, die innehalten lassen und ein Lächeln hervorrufen.

Später erreichten uns schöne, wertschätzende Rückmeldungen:

„Fermentieren machte riesig Spaß und ist super gesund."

„Neues in entspannter Atmosphäre und mit netten Gleichgesinnten ausprobieren ist genial."

Und Sabine fasste es schlicht zusammen:

„Es war in der Tat eine tolle Veranstaltung. Es hat rundum gepasst."

Mehr als Haltbarmachen

Was an diesem Morgen geschah, handelte nicht nur vom Haltbarmachen von Gemüse.

Es ging um das Bewahren von Wissen.

Darum, einfache Techniken weiterzugeben, die von Küche zu Küche wandern.

Darum zu erleben, wie sich Gespräche verändern, wenn die Hände beschäftigt sind.

Fermentation lehrt Geduld. Sie verlangt Vertrauen. Sie erinnert daran, dass Verwandlung leise geschieht.

Nach Hause und darüber hinaus

Gläser gingen mit nach Hause, gefüllt mit Kohl und Möglichkeiten.

In den folgenden Tagen arbeitete ihr Inhalt weiter auf Küchenarbeitsplatten und in kühlen Kellern: sanft blubbernd, weicher werdend, sich verwandelnd.

Und noch etwas wirkte nach.

Ein Gefühl von Verbundenheit.

Eine neue Sicherheit: Das kann ich selbst.

Eine Erinnerung, verknüpft mit Geschmack, Händen und gemeinsamem Lachen.

Manches Wissen lebt am besten in Büchern.

Manches lebt am besten in den Händen.

Und manchmal treffen sich beide an einem gewöhnlichen Wintermorgen nahe Baden-Baden.

💛