Wir planen unsere Tage nach festen Zeiten und Terminen, sei es das Meeting um 9.00 Uhr, oder Abendbrot um 18.00 Uhr, alles hat eine feste Zeit. Oft sehen wir auch die Stadt, in der wir leben nur auf diese Art, als eine Ansammlung von Orten, die rechtzeitig erreicht werden müssen. Wir beeilen uns, um möglichst schnell von Ort zu Ort zu kommen, mit raschen Schritten und unserer ganzen Aufmerksamkeit darauf gerichtet, die nächste Bahn zu erwischen.
Doch die Lebendigkeit der Stadt entsteht nicht in Terminen, sondern dazwischen.
Sie beginnt, wenn wir uns entscheiden den längeren Weg nach Hause zu nehmen einfach nur, weil das Abendlicht so schön auf die Häuser fällt, oder wenn der schnelle Kaffee doch zu einer Unterhaltung mit der Person am Tisch nebenan wird, weil beide vergessen auf die Uhr zu schauen. Es sind diese Momente, in denen wir kurz innehalten, um den Straßenmusikern, an denen wir sonst vorbeilaufen zuzuhören und bemerken, dass um uns herum noch andere Leute aus demselben Grund stehen geblieben sind. So entstehen, wenn auch nur für kurze Zeit, stille Verbindungen in unserem stressigen Alltag.
Oft neigen wir dazu Leistung mit Lebensqualität zu verwechseln. Dabei ist Leistung etwas für Maschinen, aber Städte sind für uns Menschen und sie erwachen erst wirklich zum Leben, wenn wir die Hektik aus unserem Alltag nehmen und den Moment genießen.
Es sind die kleinen Momente, der Buchladen, den du durch Zufall entdeckst, als du dich vor dem Regen schützen wolltest, die 10 Minuten, die du in der Sonne stehen bleibst, um die Wärme zu genießen, das neue Café, das mit der Zeit zum Stammplatz wird. In diesen Augenblicken, in denen wir aufhören von einem Termin zum nächsten zu rennen, sind wir keine Maschinen, die nur funktionieren müssen. Da sind wir Menschen, Bewohner einer Stadt und erlauben dieser Stadt, uns jeden Tag aufs Neue zu überraschen.
“Leistung ist für Maschinen; Städte sind für Menschen”
Wir lernen dem Umgeplanten und Spontanen mehr Raum zu geben. Unsere Zeitpläne als Vorschläge statt festen Regeln anzusehen. Denn es sind gerade diese ungeplanten Tagesabschnitte in denen unvorhergesehene Verbindungen ihren Ursprung finden.
So wird aus einer Menge fremder Menschen Schritt für Schritt eine Gemeinschaft.